Die 5-Millionenstadt
"Megacities - Megachallenge"
Mehr als die Hälfte aller Menschen lebt heute in Städten. Die größten unter ihnen, Megastädte mit mehr als fünf Millionen Einwohnern, nehmen zahlenmäßig stark zu: 1950 gab es nur vier von ihnen; für 2015 wird die Zahl auf 60 prognostiziert. Fast alle neuen Megastädte entstehen in Entwicklungsländern. Aber was sind Megastädte eigentlich? Pulsierende Weltmetropolen oder lebensunwürdige Slums? Oder bestehen Elemente von beidem sogar gleichzeitig nebeneinander?
Das Forscherteam vom Geographischen Institut der Universität zu Köln untersucht in Zusammenarbeit mit KollegInnen weiterer deutscher und ausländischer Universitäten die drei Megastädte Delhi in Indien, Dhaka in Bangladesh und Pearl River Delta in China. Sie beobachten, kartieren, analysieren und führen Interviews mit den Menschen auf den Straßen und besuchen sie in ihren Häusern und Hütten, um die rasante Entwicklung der Millionenstädte, deren Akteure und Regelhaftigkeiten zu verstehen.
Das Leben mit Millionen von Menschen auf engstem Raum kann man sich als europäischer Stadtbewohner nur schwer vorstellen.
- Wie sieht das Leben der Menschen in diesen gigantischen Städten aus?
- Wie kommt das lebenswichtige Trinkwasser zu den Menschen?
- Was soll mit dem Abwasser geschehen?
- Wie funktioniert es, dass jeder jeden Tag etwa zu essen hat?
- Wie überleben die Menschen, die vom Müll leben und die mit ihrer Arbeit ganz neue Wege des Recycling eröffnen?
- Wie verändern sich Megastädte und ihre Umgebungen durch Wirtschaftsboom?
- Welche spontanen und unkontrollierbaren Aktivitäten der Selbstorganisation entfalten sich angesichts der ungeheuren Entwicklungsdynamik?
Bei ihrer Suche nach Antworten auf diese zunächst unlösbar erscheinenden Fragen machen die Wissenschaftler interessante Entdeckungen. Der Staat und die Verwaltung als ordnende und regierende Kräfte in Megastädten treten angesichts der ungeheuren Geschwindigkeit der Veränderungen immer mehr in den Hintergrund. Es gibt keine Melderegister und Stadtpläne, wie wir sie kennen, in diesen rasend schnell wachsenden Städten. Es entstehen informelle Strukturen, in denen sich die Menschen selbst organisieren und dadurch schnell und flexibel auf Entwicklungen reagieren können. Es gilt, die beteiligten Gruppen und Machtverhältnisse, die das Leben auf neue Weise ordnen, zu erkennen, denn eine Steuerung der Stadtentwicklung ist nur durch das Zusammenspiel dieser Gruppen möglich.
Kamera: Harald Sterly
2008
Die erste Staffel: Alle Forschungstagebücher sowie Wissenswertes zu Projekten und Wissenschaftlern. Hier erfahren Sie mehr über Menschmaschinen, sinkende Küsten oder tierische Invasionen.-
Tierische Invasion
"Killershrimp" und Co.: Bedroht die Globalisierung den Bodensee? -
Die 5-Millionenstadt
Sind Megastädte die Zukunft der Menschheit? Wie leben und überleben Menschen dort? -
Blaues Wunder
Dem Meer auf den Grund gehen: die Rolle des Ozeans im System Erde. -
Beton Light
Wie macht man Schweres leicht? Textilbeton eröffnet Wege zum leichten Bauen. -
Sinkende Küsten
Vor 10.000 Jahren lebten Menschen dort, wo heute Wellen rauschen. -
Die Menschmaschine
Sehen, hören, tasten: Kann ein Roboter vom Menschen lernen? -
Bedrohter Bergwald
Zwischen Natürlichkeit und Nutzung: Lassen sich die Bedürfnisse von Mensch und Natur vereinbaren? -
Tempelpflege
Kein Stein für die Ewigkeit: Sind die Tempelanlagen von Angkor noch zu retten? -
Lola rennt
Auf der Suche nach der perfekten zweibeinigen Laufmaschine. -
Die Supersaurier
Warum wurden die Sauropoden die größten Landtiere der Erde?