Giganten der Steinzeit

Von Dolmen, Gräbern und ihren Erbauern



Feldbegehung bei Lüdelsen  
Foto: Institut für Ur- und Frühgeschichte, Uni Kiel 
Was hat die Menschen bewegt, als sie vor ungefähr 5500 Jahren damit begannen, riesige steinerne Monumente zu errichten? Dienten diese Bauten aus Megalithen, also aus großen unbehauenen Steinblöcken, als Grabstätten, als Versammlungsort, oder sollten sie einfach nur einen Orientierungspunkt in der weiten Landschaft bieten? Oder erfüllten sie mehrere Zwecke? Diese Bauwerke, die in Nord- und Westeuropa, aber auch im Norden Deutschlands zu finden sind, werden im Rahmen des Forschungsprogramms „Frühe Monumentalität und soziale Differenzierung“ von Wissenschaftlern der Christian-Albrechts-Universität Kiel und des Deutschen Archäologischen Instituts in Frankfurt untersucht.

Die Forscherinnen und Forscher gehen davon aus, dass, als die Menschen begannen, diese beeindruckenden Bauten zu errichten, sich gleichzeitig ihre Lebensformen und die Art ihres Zusammenlebens grundlegend verändert haben. Ihre Vorstellungen von einem Leben nach dem Tod und damit verbunden die Riten, mit denen sie ihre Toten bestatteten, wandelten sich ebenso wie der Austausch von Waren und Gütern zwischen einzelnen Gemeinschaften sowie die Regeln und Hierarchien, die das Zusammenleben der Menschen ordneten. All diese Umwälzungen waren die Triebkräfte, die die Menschen plötzlich dazu in die Lage versetzten, gewaltige, aus riesigen Findlingen errichtete Grabanlagen zu konstruieren und tiefe Gräben mit Palisaden zu bauen, um ihre wichtigen Orte zu kennzeichnen.

Die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aus ganz unterschiedlichen Forschungsrichtungen ist Vorraussetzung, um die gestellten Fragen beantworten zu können. Zunächst müssen die Fundstellen ausgewählt und vor Ort genauestens untersucht und erfasst werden. Dann beginnt die mühsame Arbeit im Labor, wo Geologen, Biologen und Chemiker die gelieferten Proben analysieren. Erst dann können die Sozial- und Geschichtswissenschaftler damit beginnen, die Ergebnisse auszuwerten, um die ursprünglichen Fragen nach dem Zusammenleben der Menschen vor 5500 Jahren zu beantworten.





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