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Gegen das Vergessen


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Cell death can be imaged at single cell resolution in living zebrafish larvae 

(Paquet et al. 2009, J Clin Invest 119; 1382 - 1395)


Das Objekt der Studie: Der Zebrafisch   Foto: LMU München
Alois Alzheimer hat vor über hundert Jahren die nach ihm benannte Krankheit zum ersten Mal beschrieben. Die Alzheimer-Krankheit ist eine Krankheit, bei der Nervenzellen im Gehirn langsam absterben. Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind, leiden unter Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, das Denk- und Urteilsvermögen ist eingeschränkt. Diese Störungen machen die Bewältigung des normalen Alltagslebens immer schwieriger. Die Patienten sind zunehmend auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Die Alzheimer-Krankheit kann schon vor dem 50. Lebensjahr auftreten, aber meistens sind ältere Menschen betroffen. Im Gehirn von Alzheimer-Kranken sind unter dem Mikroskop typische Eiweißablagerungen (Amyloid-Plaques) zu erkennen, aber trotz intensiver Forschung gibt es bis heute noch kein Medikament, das diese Krankheit stoppen kann. 

Prof. Dr. C. Haass an der Ludwigs-Maximilians-Universität München im Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen erforscht seit einigen Jahren die molekularen Ursachen der Alzheimer Erkrankung. Um neue Therapieansätze zu prüfen, benötigt man jedoch Tiermodelle, an denen man die Krankheit und die Heilungserfolge von Medikamenten verfolgen kann. Als geeignetes Tiermodell hat sich Prof. Haass den Zebrafisch ausgesucht.

Dies ist ein kleiner Fisch, der als Embryo durchsichtig ist, sodass man die Entwicklungen und Veränderungen im Inneren des Fisches mitverfolgen kann. Vor fünf Jahren holte er sich die Entwicklungsbiologin Dr. Bettina Schmid in sein Team, um eine große Fischanlage aufzubauen. In dieser Fischanlage werden Tausende von Zebrafischen gezüchtet. Einige der Fische wurden von dem Doktoranden Dominik Paquet so verändert, dass sie menschliche Gene in sich tragen, die im Menschen zu Demenz führen. Die Fische entwickeln nun die charakteristischen Anzeichen, die auch im Gehirn von Alzheimerpatienten gefunden werden: Die typischen Ablagerungen in den Nervenzellen und später das Absterben der Zellen.


Alois Alzheimers Münchner Labor
Foto: LMU München
In allen bisherigen Tiermodellen kann der Verlust von Nervenzellen, wenn überhaupt, nur nach dem Tod dargestellt werden. Im Gegensatz hierzu ist es bei dem veränderten Zebrafisch erstmals möglich, den Zelltod im lebendigen Organismus live zu verfolgen. Die durchsichtigen Zebrafischembryonen können unter einem Lasermikroskop über längere Zeiträume beobachtet werden. Gibt man nun in das Wasser einen Farbstoff, der gezielt sterbende Zellen anfärbt, kann man dem Zelltod regelrecht ins Auge schauen.

Diese Entdeckung ermöglicht es den Wissenschaftlern nun, gezielt nach Medikamenten zu suchen, die den Zelltod im Gehirn der Alzheimer Patienten aufhalten. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Frauke van Bebber testet eines dieser Medikamente im "Alzheimer-Fisch" und wird nun herausfinden, ob durch Gabe des Medikamentes weniger Zellen sterben oder nicht.



 
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Forschungsgebiete Universitäten Standorte Zeitraum der Berichterstattung